-->

 

   

   

 

  

 

  

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

 

...

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

 

 

     

 

   

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

-->

 

   

   

 

  

 

  

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

 

...

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

                                                                                                                                   

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da                        

Willst du immer weiter schweifen?                                       . Text aus“ Die Leidendes jungen Werther“

                                                           ………………..

Text…Erinnerungen aus der Kinderzeit sind kostbar, sie können Juwelen für das Leben sein, man kann sich ein ganzes Leben an sie freuen und sie bleiben ein Quell für das Schöne. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Geschichte eine Freude bereiten. Und sprudelt der Quell, dann ist es ein doppelter Gewinn. Freuen Sie sich drauf.

                                                         ………………….

Text…Und ich habe, mein Lieber, bei dem kleinen Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener.

                                                      ………………….

Text…Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühl von ruhigem Dasein versunken, das die Kunst darunter leidet........

Text…Ich fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel ist der Spiegel des unendlichen Gottes.

Text... schwärmerisch...........Homer.

Text…Bekanntschaft am Brunnen.........

Missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem.......

Einladung..........

Text…Ich kehre mich in mich selbst zurück und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Das bestärkte mich in meinem Vorsatz mich künftig an die Natur zu halten. Sie allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler....

Text…Ein Mensch, der sich an sie hält, wird nie etwas Abgeschmacktes und schlechtes hervorbringen, wie einer, der sich durch Gesetze und Wohlstand modeln läßt, nie ein unerträglicher Nachbar, nie ein merkwürdiger Bösewicht werden kann.

Zum Tanzvergnügen.....

Text…Bewunderung,  Achtung, Schönheit……..

Text…Der Tanz mit ihr……So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in den Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonne, die er in der weiten, öden Welt vergebens suchte.Vorzüge: lobend, verzückt, Welcher Überschwang!

 

                                            Lothar und Eliesiene

Ängstlich spähten Golo und Lothar aus ihrem Versteck am Waldrand über die fremde Landschaft in den hellen Tag. Die Dunkelheit hatte ihre Flucht verborgen. Bis hier waren sie der Bahnlinie gefolgt, hatten von Schwelle zu Schwelle genau gemessenen Schrittes den weiten Weg von Nord nach Süd  durch das fremde Land, von Calais bis zu den Ardennen, zurückgelegt, hatten mittlerweile den Takt des gemessen Schrittes im Blut. Untergetaucht im Schatten der Nächte, waren sie auf der Hut vor den Wächtern im Feindesland, waren bis zu dieser kleinen Anhöhe eines kleinen Wäldchens gekommen. Nacht für Nacht hatte der erste helle Streifen am fernen Horizont sie gemahnt, rechtzeitig das heraufkommende Licht zu scheuen, denn stets stand ihre Freiheit auf dem Spiel. Erst im Dickicht geborgen kam dann der Pulsschlag zur gewohnten Ruhe. Nur heute nicht, die Orientierung war ihnen abhanden gekommen. Sie befanden sich unweit der Grenze zu ihrem Heimatland, ahnten es, wähnten, nur wenig Schritte noch und sie wären in Sicherheit. Aber es sollte einfach nicht sein. Es nützte keine Verzweiflung. Nur nicht noch einen Fehler! Es war zu spät, heute noch aus dem Gewirr des grenznahen Niemandslandes, dieser ungeahnten, zerschossenen, aufgewühlten Weite die Richtung heraus zu finden.

Da war kein markanter Punkt auszumachen, es gab nur Granattrichter, aufgeworfene Hügel und tiefe, von Panzern aufgewühlte Furchen. Längst hatte sich die Kultur aus der Weite dieser Wüste verabschiedet. Hier, wo einmal der Krieg getobt hatte, wo einmal die Jugend zweier Völker bestialisch gemordet wurde, hielt es sie weiter gefangen.

Golo schaute bestürzt über diese Ungeheuerlichkeit. Und vom Anblick diesen gigantischen Unsinns tief bewegt deklamierte er gedankenverloren:

                                                          -----------------

 Text…"Und ich habe mein Lieber, bei diesem Geschäft wieder gefunden: daß Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiss seltener."

                                                            ----------------

"Dieses so festzustellen", spottete Lothar, "hat Werther aber nicht im Anblick einer zerschossenen  Landschaft so ungemein bewegt."

"Gleichwohl hat es einen tiefen Sinn“ war Golos Antwort.

Sie schwiegen.

Diese zerstörte Natur vor Augen sahen sie schaudernd  den Wahnsinn, ahnten das Inferno. Golo hatte die Vision eines überdimensionierten seelenlosen Tieres, es fraß Leben, soff schmatzend Blut, fetzte, sprengte, spritzte. Hier wurde die Hoffnung auf Glück für künftige Zeiten zunichte gemacht, hier wurde die Tugend  verspottet, wurden Zuversicht und Seligkeit in Leid und Hass verkehrt und verewigt. Ihm schauderte:  Ein beseeltes Wesen, kann zu dieser ungeheuerlichen Grausamkeit niemals fähig sein! -  Und wäre es denn einmal so beschlossen, so wird sie nimmer der Versöhnung fähig sein?

                                                              -------------

Text…So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterland und findet seine Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung all die Wonnen, die er in der Welt vergebens suchte.

                                                                 ---------------

Plötzlich kam Bewegung auf. Von irgendwo liefen Herden herauf, Hirten folgten den Rinder Schafen und Ziegen,  alle verteilten sich rasch im weiten Gelände, hatten ihre angestimmten Plätze eingenommen. Die Schäfer lagerten in den Trichtern im warmen Plaid gewickelt, und eifrig begannen die Tier zu grasen. Noch kühl war der Morgen, leicht nebelig. Aber droben kündeten weiße Wolken im Azur schon einen viel versprechend schönen Tag.  Stumm machten sich die Nebel schleierwebend davon. Herrlich die Sonne, alles erwärmte und bald schwirrte die erste Lerche empor das Bild diesen geschändeten Paradieses zu bejubeln.

                                                      ---------------

Text…Ich fühlte die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält - mein Freund, wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn, wie die Gestalt einer Geliebten; dann sehn ich mich oft und denke: ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie dein Spiegel  ist der Spiegel des unendlichen Gottes.                                                        ---------------

Während Golo schlief, wachte Lothar. Die Gedanken  waren auf der Suche nach einem Ausweg. Wo war die Lösung, war es der Sternenhimmel. Wir müssen ostwärts. Aber was wenn in der künftigen Nacht die Sterne sich  nicht zeigen?

                                                          -----------------

Text…Ich eilte hin und kehrte zurück und hatte nicht gefunden, was ich hoffte. Oh, es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt drin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit all der Wonne eines einzigen, großen Gefühls ausfüllen zu lassen - und ach! wenn wir hinzu eilen, wenn das Dort nun Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unsere Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale. 

                                                       ---------------

Am späten Nachmittag beschlossen Lothar und Golo einen der Schäfer ins Vertrauen zu ziehen. Zweifellos war von dort die beste Ortskenntnis zu erwarten. Nur, wie war es mit der Bereitschaft eines Schäfers bestellt, offensichtlich flüchtige Gefangene zu begünstigen, statt sie der Polizei zu übergeben? Erwarteten sie etwa Landesverrat!

Hoffen und Bangen minderten sich um ein weniges als von draußen eine Flöte erklang. Lohthar übernahm die heikle Aufgabe, ordnete zuvor Kleidung, Bart und Haarschopf und schritt bekommenen Mutes aber dennoch wie Daphnis durch den verwüsteten Hain der Nymphen dem Klang der Flöte zu. Wie erstaunte er aber, als er sich einer flötespielenden Schäferin  gegenüber sah.- Hatte ihn zunächst die Flöte bezaubert, so wurde er nun vom Anblick der Flötistin in den Bann geschlagen. Die Flöte verstummte mitten im aufschwingenden Ton und das Mädchen starrte ihm wie einer Erscheinung entgegen. 

Nur seiner plötzlichen Eingebung war es zu danken, daß die Beklemmung schicksalsträchtig behoben werden konnte. In Schwange der Bewunderung konnte er seine Begeisterung nicht zügeln: "Welche Schönheit, welcher Klang," rief er ihr heftig betont gefühlsausbrechend entgegen "Wie bewundere ich Heraklit, wie konnte er damals schon erkennen, daß in jeglicher Wesenheit die Götter wohnen, und wie hatte Aristoteles erkennen können, daß die Musik ein Geschenk der Götter an die Menschheit ist. - Und daß ich diesen Augenblick erleben werde, hat Frankreichs großer Philosoph Denis Diderot schon vor zweihundert Jahren erkannt, denn es ist alle Begebenheit in einem Leben bereits im Schicksal festgelegt."

Sie sah ihn an und lachte, sie lachte und strahlte, sie wirkte erlöst und in allem was sie anging, lag die seltsame wunderbare Wärme. Sie lagen beide am Hang eines Granattrichters in der Nachmittagssonne und philosophierten und alberten und sprühten in seligem Übermut.

 

                                                   -------------

Text…"Wie ich mich unter dem Gespräche in den schwarzen Augen weidete! Wie die lebendigen Lippen und die frischen munteren Wangen meine Seele anzogen! Wie ich, in den herrlichen Sinn ihrer Rede ganz versunken, oft gar die Worte nicht hörte, mit denen sie sich ausdrückte, davon hast du eine Vorstellung, weil du mich kennst."

                                                    -----------------

Bedenkenlos gab Eliesien ihre Ortskenntnis preis. Ja, sie tat ein Übriges, sie bot sich an, ihn und den Freund in der kommenden Nacht auf dem sichersten Wege bis an die Grenze hinzuführen. Hier kenne sie sich aus, sie wisse um jeden geheimen Weg der Schmuggler. Sie habe Freundinnen drüben. Es kam gar bald dahin, daß sie am liebsten nicht von einander lassen wollten, es wurden Adressen ausgetauscht und künftige Treffen verabredet. So ist es auch nicht auszuschließen, daß es zwischen  beiden zu einer großen Liebe gekommen ist. Die Götter haben zweifellos Schicksal gespielt und gewonnen.

 

 

 

 

 

 

 

     

 

   

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

-->